Das Marans Ei

Die einzigartigen Eier der Marans sind mit Sicherheit der Hauptgrund dafür, dass sich diese Rasse solch großer Beliebtheit erfreut. Im Folgenden einige Fakten zum Marans Ei.

Legen Marans die dunkelsten Eier aller Hühnerrassen?

Penedesenca oder auch manche Welsumer Stämme, legen ebenfalls dunkle Eier. Diese erreichen aber nicht die Farbintensität der besten Marans Stämme. Marans sind definitiv die Hühnerrasse, die im Schnitt die dunkelsten Eier legt. Es geht aber in Einzelfällen auch noch dunkler, insbesondere, wenn die Farbtöne mehr ins Dunkelbraune gehen sollen. Durch die Kreuzung von Marans mit grünlegenden Rassen entstehen sogenannte Olivleger. Dies ist möglich, da die grüne Schalenfarbe unabhängig vom dunkelbraunen "Überzug" der Marans vererbt wird. Olivleger legen grüne Eier, über die sich die dunkelbraune Kutikula der Marans legt. Hierdurch entsteht in der ersten Generation (F1) ein Olivton. Verpaart man die Nachzuchten nun über viele Generationen ausschließlich mit Marans (F2, F3...), setzt sich die dunkle Genetik der Marans mehr und mehr durch und die Eier werden mit jeder Generation etwas dunkler. Hierbei müssen viele Tiere aussortiert werden, da nur 50% der Nachzucht über die grüne Eierschale verfügt. Diese muss immer unter der Marans-Farbschicht erhalten bleiben, um den gewünschten Farbton zu erreichen. Hierdurch könne Farbintensitäten erreicht werden, die die der Marans sogar übertreffen können. Da es sich bei den Tieren allerdings um Mixe und keine Hühnerrasse handelt, bleiben die Marans die Rasse mit den dunkelsten Eiern. 

Wieso legen Marans so dunkle Eier?

Die Grundfarbe der Marans Eier ist cremefarben bis hellbraun. Die Eiinnenseite ist weiß (bei Grünlegern ist auch die Eiinnenseite grün). Kurz vor dem Legen des Eis wird bei allen Hühnerrassen die Kutikula aufgetragen. Das ist eine Schleimschicht, die sich über das gesamte Ei legt. Diese trocknet nach dem Legen schnell ab. Entnimmt man Eier unmittelbar nach der Ablage, sind diese noch feucht, da die Kutikula noch nicht getrocknet ist. Die Kutikula verdichtet die Poren der Kalkschale. Hierdurch wird der Stoffaustausch ins Eiinnere verringert und somit das Eindringen von Keimen erschwert. Die Besonderheit bei Marans ist, dass diese Kutikula besonders dick und vor allem dunkel eingefärbt ist. Die dunkelrote Farbe entsteht insbesondere durch die Einlagerung des Blutfarbstoffs Hämoglobin und dem Pigment Protoporphyrin. Erst dieser Farbüberzug macht das Marans Ei so dunkel. Im feuchten Zustand kann die Kutikula besonders leicht abgekratzt werden. Doch auch wenn diese bereits getrocknet ist, lässt sie sich mit etwas Mühe abkratzen oder mit einem feuchten Tuch abwischen. Wenn Marans Eier verkratzt aussehen, liegt es daran, dass die Kutikula an diesen Stellen abgetragen wurde.

Bei diesem Ei haben wir die Farbschicht im unteren Bereich entfernt, um die Unterschiede zu zeigen. Manche Züchter entfernen die Farbschicht, bevor sie Marans Eier im Brutautomaten ausbrüten. Hiervon versprechen sie sich bessere Schlupfraten, da der Stoffaustausch verbessert wird (vgl. Kunstbrut mit Marans). Wir verzichten hierauf, da bereits die Schlupffähigkeit eine erste Selektionshürde hinsichtlich vitaler Küken darstellt. Bei diesem gesprenkelten Ei sieht man auch im oberen, dunklen Teil die helleren Stellen zwischen den Farbpigmenten. Die Farbschicht wurde im Legedarm also nicht flächendeckend aufgetragen. Solche Eier sieht man vorwiegend am Beginn und am Ende der Legeperiode. Dieses Ei ist eines der ersten einer zweijährigen Henne zu Beginn ihrer zweiten Legeperiode. Es fehlt auch noch der bei Marans erwünschte Glanz der Schale.

Hier ein Marans Ei, aus dem ein Küken geschlüpft ist. Man sieht, dass die Eiinnenseite komplett weiß ist - auch die Schale unter der Eihaut. Wir dokumentieren unsere Zucht derart, dass wir jedem Tier das Ei zuordnen können, aus dem es geschlüpft ist. Das ist insbesondere bei den Hähnen erforderlich. Ansonsten hat man später bei der Auswahl der Zuchttiere kaum Anhaltspunkte dafür, welche Hähne über eine bessere Genetik hinsichtlich der Eierfarbe verfügen (dass ein Hahn aus einem dunklen Ei geschlüpft ist, garantiert allerdings nicht, dass er genau diese Farbintensität weitervererbt). Bewahrt man die Eier lichtgeschützt auf, bleibt deren Farbe relativ unverändert bestehen und kann später mit anderen Eiern verglichen werden. Liegen die Schalen hingegen im Licht, oxidiert das in der Farbschicht enthaltene Hämoglobin und die Eifarbe ändert sich deutlich. 

Legen alle Marans dunkle Eier?

Marans Hühner gibt es in vielen Farbschlägen. Einige davon sind offiziell anerkannt und dürfen ausgestellt werden. Andere sind noch zu selten/uneinheitlich und für Ausstellungen nicht zugelassen. Dem Farbschlag schwarz-kupfer wird nachgesagt, die Variante zu sein, bei der die Eierfarbe am besten durchzüchtet ist. Aber auch von anderen Farbschlägen, wie schwarz-silber, blau-kupfer und Silberrebhuhn, finden sich sehr dunkle Eier. Die weißen und weizenfarbigen Marans können da im Schnitt (noch) nicht mithalten. Einzelne Bestände beweisen aber, dass durch zielgerichtete Selektion auch hier Verbesserungen erzielt werden können. Auch die Zwergmarans (verzwergte Rasse) legen deutlich heller und natürlich auch kleiner.
Wichtiger als der Farbschlag ist allerdings die Genetik des einzelnen Tiers bzw. einer Zuchtgruppe. Die dunkle Farbe kann innerhalb von ein bis zwei Generationen um mehrere Farbstufen abfallen, wenn falsche Tiere zur Zucht eingesetzt werden. So gibt es im Farbschlag schwarz-kupfer Bestände, die wunderbare kastanienbraune Eier legen. Andere schwarz-kupferne Zuchtgruppen, die ausschließlich für die Ausstellungszucht selektiert werden, zeigen mitunter Eierfarben, die der der braunen Legehybriden entsprechen (für Marans viel zu hell).

Legen einzelne Hennen immer gleich?

Ein klares Nein. Die zwei bis drei ersten Eier von Marans Junghennen sind oft noch etwas heller, da sich die Farbübertragung auf das Ei zunächst einjustieren muss. Es kann aber auch vorkommen, dass das erste Ei beinahe schwarz ist, da es länger im Legedarm verweilt ist und dadurch viele Farbpigmente abbekommen hat. Eine unter Marans-Züchtern verbreitete Faustregel besagt, dass man die Farbqualität, die eine bestimmte Henne legt, am besten um das 20. gelegte Ei herum einschätzen kann. In dieser Phase legen die Hennen meist ihre dunkelsten Eier, bevor diese mit dem Fortschreiten der ersten Legeperiode immer heller werden. Die Eier, die unmittelbar vor der Legepause (i.d.R. vor der Mauser) gelegt werden, sind fast immer die hellsten und teilweise nicht mehr als Marans Eier zu erkennen. Einigen Hennen gelingt es, ihre Farbintensität länger aufrechtzuhalten als andere. Das sind die Hennen, die man bevorzugt zur Weiterzucht einsetzen sollte. Mit Beginn der zweiten Legeperiode nach der Legepause sind die Eier wieder dunkler und verblassen im Verlauf des zweiten Legezyklus erneut. Wer genau hinsieht kann bei vielen Hennen sogar innerhalb einer Legewoche Unterschiede in der Eierfarbe feststellen. Nachdem ein oder zwei Tage kein Ei gelegt wurde, ist das ersten Ei oftmals besonders dunkel. Die Eier der folgenden Tage werden gerne etwas heller, bevor sich das Spiel nach dem nächsten Ruhetag wiederholt.

Diese beiden Eier stammen von derselben Henne und wurden an zwei aufeinanderfolgenden Tagen am Ende der ersten Legeperiode gelegt. Ein gigantischer Farbunterschied. Doch in beiden Eiern steckt dieselbe Genetik.

Diese Eier stammen von derselben zweieinhalbjährigen Henne. Sie wurden über einen Zeitraum von fünf Wochen gelegt und liegen zwischen den Stufen 3 und 7 auf der Farbskala. In ihrem ersten Legejahr legte sie viele 8er Eier. In ein paar Jahren sind es womöglich nur noch 4er. Die im Ei enthaltene Genetik ist immer dieselbe. Deshalb sollte bei der Zuchtauswahl nicht das einzelne Ei beurteilt werden, sondern die Henne, die es gelegt hat. Dazu unten mehr.
Das leichteste der abgebildeten Eier wiegt 62 und das schwerste 67 Gramm.

Hier eine Zusammenstellung des Farbverlaufs vom hellsten (Stufe 3) zum dunkelsten Ei (Stufe 7).

Was beeinflusst die Eierfarbe?

Die Fähigkeit dunkle Eier zu legen, ist ausschließlich genetisch bedingt. Damit die Hennen ihr genetisches Potential ausschöpfen können, müssen sie gesund und vollwertig ernährt sein. Zudem sollten sie keinen größeren Stressfaktoren ausgesetzt sein und hygienische Stallbedingungen vorfinden. Wenn die Hennen ausgewogen ernährt werden, reicht das völlig aus. Solange keine Mangelernährung besteht, kann die Eierfarbe nicht weiter durch spezielle Supplemente verbessert werden, wie das teilweise behauptet wird. 
Wie bereits beschrieben, legen die Hennen in ihrem ersten Legejahr sowie zu Beginn einer jeden Legeperiode ihre dunkelsten Eier.

Wie groß muss ein Marans Ei sein?

Marans gehören zu den Hühnerrassen mit den größten Eiern. Das Bruteimindestgewicht beträgt 65 Gramm. Leider erreichen so einige Marans Bestände nur selten die 65 Gramm Grenze. Wenn möglich sollte man vorwiegend Eier brüten, die das Bruteimindestgewicht erreichen. Bei Junghennen, deren Eier im Verlauf der ersten Legeperiode noch wachsen, kann man auch einmal ein Auge zudrücken. Allerdings muss man dann auch damit leben können, wenn die Henne doch niemals das Bruteimindestgewicht erreicht und dennoch ihre Genetik weitergegeben hat. Wer seinen Bestand kennt, tut sich hier deutlich leichter mit der Prognose. Insbesondere ab dem zweiten Legejahr erreichen einige Marans Hennen konstante Eigrößen von 80 Gramm und mehr. Unser Zuchtziel, welches wir noch nicht flächendeckend erreicht haben, liegt zwischen 65 und 70 Gramm. Eier mit einem Gewicht von über 80 Gramm verhindern mitunter, dass der Deckel einer Eierschachtel geschlossen werden kann. Zudem werden diese tendenziell heller, da die Farbpigmente auf einer größeren Oberfläche verteilt werden.

Auf der Waage ein tolles großes Marans Ei mit einem Gewicht von 80 Gramm. Auch die Eiform sowie die Farbe sind sehr ansprechend. Die in der Schachtel befindlichen Eier lassen sich deutlich in der Größe unterscheiden. Die Eier am linken Rand wiegen 75 bis 80 Gramm, die in der Mitte 60 bis 65 Gramm und die am Rand 50 bis 55 Gramm.

Bestimmung der Eierfarbe

Um die Farbqualität der Marans Eier unterscheiden und dokumentieren zu können bedarf es einer Methode der Quantifizierung/Bestimmung der Farbe einzelner Eier. Hierfür werden von einigen Marans Clubs sogenannte Farbkarten herausgegeben. Wir nutzen die Farbkarten des Marans Clubs de France. Diese können direkt über die Homepage des Marans Club de France bestellt werden (www.marans.eu). Es wird zwischen neun Farbstufen unterschieden (von weiß - Stufe 1 bis sehr dunkel - Stufe 9). Die zu klassifizierenden Eier werden neben oder auf die Farbkarte gelegt. Durch den Abgleich kann die Farbstufe bestimmt werden. Laut Marans Club de France gelten nur solche Hennen als Marans, die über längere Zeit in de Lage sind, Eier zu legen, die mindestens der Farbstufe vier entsprechen.

Diese Farbkarte gibt unserer Einschätzung nach die beste Orientierung zur Einstufung der Eier. Dennoch fällt die Klassifizierung manchmal schwer, insbesondere wenn die zu bestimmenden Eier im Rot-/Braunton stark abweichen. 

Auch diese Farkarten  sind offizell zugelassen. Sie können die Eierfarben allerdings weniger realistisch nachbilden.

Ei der Stufe fünf bis sechs auf der Farbskala. 

Marans Eier der Farbstufen 2 bis 8 mit Farbtabelle. Manche Eier sind an der spitzen Seite dunkler als an der sichtbaren stumpfen Seite und fallen deshalb leicht aus dem Bild.

Dieselben Eier unter freiem Himmel im Schatten fotografiert.

Hier eine Aufnahme in der prallen Sonne.

Die richtige Form

Eine weitere Besonderheit der Maranseier ist ihre Form. Diese soll kugeliger sein als die klassischer Hühnereier. Einerseits erschweren zu runde Eier den Küken den Schlupf. Andererseits wird angenommen, dass durch die kugelige Form im Legedarm mehr Farbpigmente auf das Ei übertragen werden können. Aus Faustregel kann gelten, dass eine Eiform angestrebt werden sollte, bei der das stupfe Ende des Eis gerade noch zweifelsfrei von der Spitze unterschieden werden kann. 

Ein Foto der offiziellen vom Marans Club de France ausgegebenen Farbtabelle für Marans Eier. Man sieht klar die deutlich kugelige Form der Eier der Stufen fünf bis neun.

Hier einige unserer Eier, mit deren Form wir zufrieden sind.

Dieses Ei einer Junghenne muss noch an Masse zulegen. Die Form ist unserer Ansicht nach gerade noch im Rahmen. Kugeliger wäre besser.

Wie verbessert man züchterisch die Eierfarbe?

Wie bereits erwähnt, ist die Fähigkeit dunkle Eier zu legen zu 100% genetisch determiniert. Die für die Eierfarbe der Marans verantwortlichen Gene wurden noch nicht entschlüsselt. Klar ist jedoch, dass hierfür mehrere Gene verantwortlich sind und nicht nur eines. Dies ist typisch für Merkmale, die in unterschiedlichen Intensitäten gezeigt werden z.B. hellbraunes, mittelbraunes oder dunkelbraunes Ei. Die Selektion auf dunkle Eier ist demnach deutlich anspruchsvoller als beispielsweise das Herauszüchten einer bestimmten Kammform (Rosen- oder Einfachkamm), die in der Regel lediglich von einem Gen abhängt. Entweder Rosenkamm oder Einfachkamm. Hier gibt es keine Intensität. Entweder es ist ein Einfachkamm oder es ist keiner. Die Kammgröße wird wiederum von anderen Genen bestimmt.
Die herrschende Meinung geht davon aus, dass von den an der Entwicklung der Eierfarbe beteiligten Genen einige dominant und einige rezessiv vererbt werden. Womöglich sind zudem intermediäre Erbgänge beteiligt. Unklar ist, ob auch geschlechtsgebundene Gene an der Farbgebung beteiligt sind. Dafür spricht, dass in Studien festgestellt wurde, dass sich bei der Verpaarung reinrassiger Marans mit Hühnern anderer Rassen die Eifarbe des Marans Hahns stärker durchsetzt als die der Marans Henne. Bei der konkreten Studie wurden Marans mit Leghorn Hühnern gekreuzt, welche helle Eier legen. Die aus dieser Kreuzung entstandenen Mixe legten hellere Eier als Marans und dunklere Eier als Leghorn Hühner. War der Vaterhahn ein Marans und die Mutterhenne eine Leghorn, waren die Eier in der Regel dunkler, als bei einer Verpaarung von Leghorn Hähnen und Marans Hennen. Hieraus lässt sich allerdings nicht zwangsläufig der Schluss ableiten, dass der Hahn bei einer Verpaarung reinrassiger Marans einen stärkeren Einfluss auf die Eierfarbe der Nachzucht nimmt als die Henne. Dennoch sind viele Marans Züchter der Überzeugung, dass genau das der Fall ist und der Einfluss des Hahns den der Henne übertrifft. Eine Erklärung könnte tatsächlich darin  liegen, dass unter anderem ein mit dem X-Chromosom verbundenes - also geschlechtsgebundenes - Merkmal an der Vererbung der Eierfarbe beteiligt ist. Während Hähne über zwei X-Chromosomen verfügen, weisen Hennen nur ein X-Chromosom auf. Der Hahn würde in diesem Fall jedem seiner Nachkommen (Hähne und Hennen) das auf dem X-Chromosom liegende Farbmerkmal vererben, während die Henne dieses nur an ihre männlichen Nachkommen weitergäbe. Fakt ist aber auch, dass aus dunkleren Eiern (phänotypisches Merkmal der Henne) mit einer höheren Wahrscheinlichkeit dunkel legende Hennen schlüpfen als aus hellen Eiern. 
Es ist unumstritten, dass sowohl die Gene der Henne als auch die des Hahns für die Eierfarbe der Nachzucht verantwortlich sind. Während der Phänotyp der Henne anhand der Eifarbe leicht zu erkennen ist, ist zunächst unklar, über welche Genetik in Bezug auf die Eierfarbe der Hahn verfügt. Es empfiehlt sich deshalb, die Küken zu kennzeichnen, welche aus besonders dunklen Eiern geschlüpft sind. So verfügt man später bei der Auswahl des richtigen Zuchthahns über einen ersten Anhaltspunkt in Bezug auf die Eierfarbe. Man muss sich aber im Klaren darüber sein, dass der Hahn nur weil er aus einem dunklen Ei geschlüpft ist, noch lange kein guter Farbvererber sein muss, wenngleich die Wahrscheinlichkeit höher ist, als wenn er einem hellen Ei entstammte. Schließlich beweist das dunkle Ei, aus dem er geschlüpft ist, lediglich, dass seine Mutter dunkel gelegt hat. Dass die Mutter dunkel gelegt hat, heißt wiederum nicht, dass sie alle hierfür verantwortlichen Merkmale auch an ihren Sohn vererbt hat. Über die Genetik des Vatertiers, welcher sogar den größeren Einfluss auf die Eierfarbe der Nachzucht haben könnte, gibt das Schlupfei indes gar keinen Aufschluss.

Auswahl der richtigen Henne (F1)

Wer es richtig macht, bestimmt die Eierfarbe aller seiner Hennen. Das sollte nicht nur einmal geschehen, sondern wiederholt, da die Eierfarbe im Saisonverlauf schwankt. Eine Henne mit hohem Zuchtwert legt dunkel und behält diese Farbe im Laufe der Legesaison länger bei als der Durchschnitt. Die anhand der Farbskala bestimmten Werte, werden dokumentiert. Nur so kann gewährleistet werden, dass die richtigen Hennen zur Zucht eingesetzt werden.
Beispiel
Henne A ist im Frühjahr 2023 geschlüpft. Sie legte zu Beginn ihrer ersten Legeperiode im Jahr 2024 überwiegend Eier der Stufe 7. Zum Ende ihrer ersten Legeperiode legte sie Eier der Stufe 5. Zu Beginn ihrer zweiten Legeperiode im Jahr 2025 legte sie Eier der Stufe 6. Zum Ende der zweiten Legeperiode legte sie Eier der Stufe 4.
Henne B ist im Herbst 2024 geschlüpft. Sie fängt erst im Sommer 2025 an, Eier der Stufe 5 zu legen. Im Herbst 2025 legt sie Eier in Stufe 4.
Wer im Sommer 2025 brütet und hierzu die aktuell dunkelsten Eier auswählt, wird die Eier der Henne B brüten, während er die Eier der Henne A aussortiert. Er wählt also genau die falsche Henne. Hätte er akribisch Buch geführt, wüsste er, dass Henne A die bessere Wahl wäre.

Auswahl des richtigen Hahns (F1)

Wie oben beschrieben, sollten nur Hähne gewählt werden, die aus den dunkelsten Eiern bzw. den Eiern der Hennen mit der besten Farbgenetik geschlüpft sind. Idealerweise nutzt man zwei oder mehrere Hähne hintereinander. D.h. bei der ersten Brut des Jahres werden die besten Hennen mit Hahn A verpaart und bei der zweiten Brut werden dieselben Hennen mit Hahn B verpaart. Gibt es in der Nachzucht Farbunterschiede, weiß man, welcher Hahn der bessere Farbvererber ist. Am besten wird die Nachzucht des Hahns, der für die durchschnittlich schlechtere Farbtiefe verantwortlich ist, komplett von der Weiterzucht ausgeschlossen. 

Auswahl der Elterntiere der nächsten Generation (F2)

Wer die Farbqualität der Eier der Mutterhenne dokumentiert hat, kann diese mit der Eierfarbe der Nachzucht vergleichen. Legt die Nachzucht überwiegend dunkler als die Mutterhenne, kann davon ausgegangen werden, dass der Vaterhahn für eine Verdunklung der Eier gesorgt hat. In diesem Fall ist anzuraten, seine am dunkelsten legenden Töchter an ihn zurück zu verpaaren (Linienzucht).
Legt die Nachzucht fast ausschließlich heller als die Mutterhenne, ist davon auszugehen, dass der Vaterhahn für eine Verschlechterung der Eierfarbe gesorgt hat. In diesem Fall sollten zwei oder mehrere Hähne hintereinander zurück an die Mutter verpaart werden (Linienzucht).