Rcom 20 max

Link zum von uns genutzten Modell: https://amzn.to/40xT4jm

Bei dem Rcom 20 max handelt es sich um einen Motorbrüter. Mittlerweile gab es eine Modellpflege. Das neuere Modell unterscheidet sich optisch leicht von dem hier abgebildeten Gerät. 

Kein Umlegen der Eier im Motorbrüter

Im Gegensatz zu Flächenbrütern verteilen Motorbrüter durch das enthaltene Gebläse die Temperatur gleichmäßig im Brutraum. Ein Umlegen wie bei Flächenbrütern ist nicht erforderlich. Gewendet werden muss trotzdem, da der Sinn der Wendung darin liegt, dass der Dotter nicht absinkt und der Embryo nicht an der Eierschale festklebt.

Automatische Feuchtigkeitsregulierung

Das Gerät enthält einen Wassertank. Dieser sollte mit destilliertem Wasser befüllt werden, um Verkalkungen zu vermeiden.  Ein Öffnen des Brutraums ist hierbei nicht erforderlich. Der gewünschte Feuchtigkeitswert wird über das Display eingestellt und anschließend automatisch erreicht sowie zuverlässig gehalten. 
Der Brüter kann die Luftfeuchtigkeit durch Wasserdampf künstlich erhöhen. Einen künstlich erhöhten Luftfeuchtewert kann er auch wieder reduzieren, indem die Verdampfung ausgesetzt wird. Es ist allerdings nicht möglich, aktiv die vorhandene Luftfeuchtigkeit zu entziehen. Dies könnte beispielsweise erforderlich sein, wenn in einem sehr feuchten Kellerraum gebrütet wird. Dies sollte lediglich der Vollständigkeit halber erwähnt werden. Mir ist kein für Hobbyhalter bestimmtes Gerät bekannt, dass über eine Entfeuchtungsfunktion verfügt.
Ein Vorteil der automatischen Befeuchtung ist, dass Luftfeuchtewerte konstant gehalten werden und keinen nennenswerten Schwankungen unterliegen. Bei Inkubatoren ohne diese Funktion, kann man sich durch das Befüllen von Wasserrinnen, die in den Brutraum gelegt werden, der Zielfeuchte oftmals nur annähern. Der größte Vorteil liegt aber darin, dass das Gerät nicht geöffnet werden muss, um die Luftfeuchtigkeit zu verändern. Insbesondere während der Schlupfphase sollte der Brüter keinesfalls geöffnet werden.

Automatische Temperatursteuerung

Wie bei den meisten handelsüblichen Brutautomaten wird die am Gerät eingestellte Temperatur automatisch erreicht und gehalten.

Gute Erfahrungen mit Marans

Wir haben mehrere Bruten durchgeführt, bei denen der Rcom 20 max zeitgleich mit dem Bruja 3000d lief. Hierbei lieferte der Rcom sowohl während der Vorbrut (weniger Eier abgestorben) als auch in der Schlupfphase (weniger voll entwickelte Küken im Ei stecken geblieben) eine bessere Performance. Dieser Vergleich ist sicherlich nicht ganz fair, da der Bruja 3000d in einer anderen Preisklasse spielt und bei mehr als doppelter Kapazität nur weniger als die Hälfte des Rcom 20 max kostet.

Kapazität

Die Kapazität des Rcom 20 max wird mit 20 Hühnereiern angegeben. Da Maranseier mit einem Bruteimindestgewicht von 65 Gramm zu den größten Eiern im Hühnerreich gehören, finden hier bei Verwendung der Abtrennstäbe weniger Eier Platz. Auf den Bildern sieht man, dass 18 Eier in der Vorbrut eingelegt sind (sechs Reihen mit jeweils drei Eiern). Sechs Reihen reichen auch für Marans Eier mit größerem Durchmesser in der Breite aus. Problematisch kann es werden, wenn ausschließlich Eier über 65 Gramm gebrütet werden, die auch noch eine längliche Form haben. In dem Fall ist es möglich, dass in ein Abteil (zwischen zwei Trennstäbe) nur zwei Eier passen. Wer sehr große Eier über 75 Gramm brütet, bekommt im Extremfall (wenn diese auch noch eine längliche Form aufweisen) also lediglich 12 Bruteier in das Gerät. Die auf den Fotos abgebildeten Eier haben ein Gewicht zwischen 60 und 75 Gramm. Im Nachgang findet sich zur Orientierung ein Foto, bei dem man bei allen eingelegten Eiern das Gewicht ablesen kann. Mehr als drei Eier finden keinesfalls in einem Abteil Platz. Will man ausschließlich sehr große Eier über 75 Gramm brüten, wird selbst das knapp. Insbesondere, wenn diese eine längliche Form haben. In der pro Version liegt eine Schablone zum Einlegen der Eier bei. Diese passt auch für die max Version und kann als Zubehör bestellt werden. Durch die andere Anordnung und den schmaleren Rahmen der Schablone finden mit dieser tatsächlich 20 (Marans-) Eier Platz.

Vorteile des Rcom 20 max

- in der Preisklasse unübliche automatische Feuchtigkeitsregulierung
- automatische Wendung und Temperatursteuerung
- leicht zu reinigen, da im Prinzip alle Teile feucht abgewischt werden können
- unserer Erfahrung nach gute Schlupfraten bei Marans (wenn man bedenkt, dass Marans aufgrund der dicken Eierschale grds. schlechtere Schlupfraten erzielen als viele andere Rassen)

Nachteile des Rcom 20 max

- geringe Kapazität von maximal 20 Hühnereiern (bei Marans eher 18 - bei Rieseneiern weniger)
- für die geringe Kapazität eher hoher Preis
- keine Schlupfhorden als Zubehör erhältlich

Alternativen zum Rcom 20 max

Rcom 20 pro

Rcom bietet neben der max Serie noch eine pro Serie an. Diese bietet beispielsweise voreingestellte Brutprofile. Die Temperatur wird hierbei automatisch zur Brut abgesenkt und die Feuchtigkeit automatisch erhöht, ohne dass dies händisch am Display eingegeben werden muss. Da es sich hierbei aus meiner Sicht lediglich um Luxusfunktionen handelt, die das Brutergebnis nicht positiv beeinflussen, haben wir uns den Aufpreis von etwa 100 Euro für die pro Variante gespart.

- Rcom 50 (max oder pro)
Der Rcom 50, der ebenfalls in der max und der pro Variante produziert wird, bietet Platz für etwa 48 Hühnereier. Wir selbst haben keine Erfahrungen mit diesem Gerät. Eine Züchterin erzählte uns aber, dass sie von einem großen Brutschrank eines namhaften deutschen Herstellers auf zwei Rcom 50 max umgestiegen sei, da sie mit diesen bessere Schlupfergebnisse bei Marans erziele.

Unsere Empfehlung

Wer überwiegend Marans brütet, ist mit den Rcom Brutautomaten bestens aufgestellt. Wer allerdings nur ab und zu Marans brütet und ansonsten Hühnerrassen hält, die geringere Ansprüche an ihr Brutumfeld richten, für den könnte der kostengünstigere Bruja 3000d eine Alternative sein.
Vor dem Kauf eines Rcom 20 sollte geprüft werden, ob die Kapazität wirklich ausreichend ist. Mit den Rcom 50 Geräten können mehr als doppelt so viele Eier ausgebrütet werden.

Das Gerät ist in drei Minuten auseinandergebaut und lässt sich gut reinigen.

Diese Stege lassen sich sehr flexibel anordnen. Sie ermöglichen die zuverlässige Wendung der Eier, indem sie das seitliche Wegrollen verhindern.

Im richtigen Abstand eingesetzte Stege. Beim Wendevorgang bewegt sich die Platte, auf der die Eier liegen. Durch den Halt der Stege werden die Eier schließlich gedreht.

Dieses Gitter (Eigenbau und nicht als Zubehör erhältlich) wurde mit dem 3D-Drucker erstellt und dient der Abtrennung der Eier - analog einer Stammschlupfhorde. Wer einen entsprechenden Drucker besitzt, findet im Netz entsprechende Vorlagen. Alternativ werden auch diverse Eigenherstellungen zum Verkauf angeboten. Selbiges gilt auch für die Rcom 50 Geräte.

Das Gitter wird dort eingesetzt, wo während der Vorbrut die weißen Stege sitzen. Es reicht bis zum Deckel und kann so nicht durch die Küken überwunden werden.

Zur Orientierung wurden hier alle Eier so eingelegt, dass man das Gewicht ablesen kann. Da diese Spitze an Spitze liegen sollen, stehen manche Zahlen auf dem Kopf. So eingelegt, werden die Eier automatisch sehr gleichmäßig gewendet. Man muss allerdings oftmals etwas herumprobieren und umlegen, bis alle 18 Eier ihren Platz gefunden haben. Am rechten Rand sieht man den Spielraum, der sich einem in der Gesamtbreite für größere Eier bietet.

Hier ein Vergleichsbild unseres Rcom 50 pro DO. Dort finden problemlos 48 Eier Platz, selbst wenn diese 80 Gramm auf die Waage bringen.