Maran(s) Hybridhühner

Nachfrage nach bunten Hybridhühnern

Viele Hühnerhalter kaufen ihre Hennen lieber legereif. Das spart gegenüber der eigenen Aufzucht Geld, Platz und Arbeit. Zudem müssen überzählige Hähne nicht (vom Halter selbst) geschlachtet werden. Trotz des Verzichts auf die eigene Nachzucht wird die Hühnerhaltung oftmals als Hobby betrieben. Die Halter wollen eine bunte Mischung an Tieren in ihrem Garten halten. Zudem soll auch der Eierkorb bunt sein. Selbstverständlich sollen die Tiere nebenbei möglichst viele Eier legen.
Industrielle Zuchtbetriebe haben längst auf diese Nachfrage reagiert und entsprechende "Produkte" für den Hobbyhalter entwickelt - bunte Hybriden.

Was sind Hybriden?

Unter Hühnerhaltern hat sich der Terminus "Hybriden" etabliert. Tatsächlich spricht man in der Biologie nur dann von Hybriden, wenn Tiere unterschiedlicher Gattungen miteinander verpaart wurden. Beispielsweise ist ein Maultier ein Hybrid, der aus einer Kreuzung zwischen Pferd und Esel entstanden ist.  Da bei der Erzeugung von "Hybriden" in der Hühnerzucht lediglich unterschiedliche Hühnerrassen (selbe Gattung) miteinander gekreuzt werden, wäre der richtige Terminus "Gebrauchskreuzungen".  Weil der Begriff "Hybriden" in der Hühnerwelt weit verbreitet ist, wird er - wenn auch terminologisch unzutreffend - in diesem Text verwendet. Hybriden sind leistungsstarke Kreuzungen verschiedener Hühnerrassen. Unter Ausnutzung des Heterosiseffekts sind diese in der ersten Generation (F1) im Schnitt etwa 20 - 30 % leistungsstärker als die Elterntiere.

 Der Heterosiseffekt entsteht, vereinfacht gesagt, wenn zwei Tiere miteinander verpaart werden und
- jedes der Tiere über ein hohes Maß an Reinerbigkeit verfügt (also in der Regel einer Inzuchtlinie entstammt)
- beide Tiere genetisch sehr unterschiedlich sind und sich ideal ergänzen

Hierdurch entsteht in der ersten Generation bildlich gesprochen eine Genexplosion. Die Nachkommen zeigen eine Kombination der besten Eigenschaften beider Elterntiere.

Der vorgenannte Heterosiseffekt wird ausschließlich in der ersten Generation gezeigt (Kreuzung der genetisch unterschiedlichen, reinerbigen Tiere). Wenn nun zwei der durch diese Kreuzung entstandenen "Supertiere" miteinander verpaart werden, kommt die Nachzucht bei Weitem nicht mehr an die Leistungsfähigkeit der "Supereltern" heran. Schließlich ist die "Genexplosion" bereits vollzogen und die Reinerbigkeit der "Supereltern" dahin.

In der kommerziellen Nutztierhaltung (Eier-/Fleischproduktion) werden nahezu ausschließlich Hybriden gehalten.  

Hybriden werden von kommerziellen Betrieben ausschließlich zum Verkauf produziert. Typischerweise steht hierbei die Gewinnmaximierung im Vordergrund. Das Tierwohl spielt eine untergeordnete Rolle. Am Ende dieser Seite findet sich beispielhaft ein Video, das zeigt, wie Hybriden "produziert" werden.

Was sind Maran(s) Hybriden

Hybriden, die Marans imitieren sollen, werden oft als Maran (ohne "s" am Ende) angeboten. Andere Verkäufer bieten sie als "Maran +" oder "Marans +" an. Sie dürfen offiziell nicht als "Marans" (mit "s") angeboten werden, weil es sich eben nicht um reinrassige Marans handelt.

Wozu Maran Hybride? Diese Tiere sollen reinrassigen Marans optisch sowie in der Eierfarbe möglichst nahe kommen. Zudem sollen sie möglichst viele Eier legen. Sie werden ausschließlich für Hobbyhalter produziert.

Maran Hybride entstehen, indem ein Marans Elternteil mit einem Tier einer anderen Hühnerrasse gekreuzt wird. In der Regel wird ein Marans Hahn mit Hennen legestarker Rassen gekreuzt. Hierdurch bleibt die erwünschte dunkle Eierfarbe besser erhalten als bei einer Kreuzung einer Marans Henne mit einem andersrassigen Hahn. Zudem können die Hybriden billiger produziert werden, da die Muttertiere (Legerasse) deutlich mehr Eier legen als Marans Hennen und zudem weniger Futter benötigen. 


Maran oder Marans? Unterscheidungskriterien

Maran Hybriden unterscheiden sich primär durch ihre deutlich bessere Legeleistung von reinrassigen Marans. Sie können über 250 Eier im Jahr legen. Reinrassige Marans legen im ersten Legejahr in der Regel zwischen 140 und 180 Eier. 

Maran Hybriden sind oftmals leichter gebaut als reinrassige Marans. Die Gründe dafür liegen auf der Hand; sie wurden mit einer Legerasse gekreuzt. Legerassen sind leichter als Zweinutzungshühner (Marans), da ihre Energie primär in die Eierproduktion und nicht in den Muskelaufbau fließt.

Maran Hybride legen grundsätzlich hellere Eier als reinrassige Marans. Ausnahmen bestätigen aber die Regel. Einzelne Maran Hybride können durchaus dunkle Eier legen. Zudem gibt es reinrassige Marans Linien - insbesondere aus der Ausstellungszucht - die zu helle Eier legen.

Maran Hybride weisen - am Marans Rassestandard - gemessen regelmäßig Mängel auf. Neben der geringeren Körpermasse sind das insbesondere Farbfehler wie
- braune Augen
- dunkelgraue oder gar gelbe Läufe
- zu helles Kupfer
- Kupfer im Schwarzanteil

Maran Hybride verfügen oft über eine schwächer ausgeprägte Befiederung der Läufe als Rassetiere.

Maran Hybride können bereits ab der 20 Woche mit dem Eierlegen beginnen. Bei reinrassigen Marans setzt die Legetätigkeit im Schnitt ab der 30. Lebenswoche ein. Einzelne reinrassige Marans können bereits mit 24 Wochen zu legen beginnen, andere benötigen über 40 Wochen. Dies ist bei Rassetieren stark von der jeweiligen Linie abhängig.

Maran Hybriden kann man beim Geflügelhändler bzw. am "Hühnerwagen" kaufen. Sie werden gerne neben weißen und braunen Legehennen, Sperbern, Sussex (Hybrid), Grünlegern und weiteren Gebrauchskreuzungen angeboten. Reinrassige Marans erhält man in der Regel bei Züchtern und Hobbyhaltern.

Maran Hybriden legen auch im Winter regelmäßig Eier. Reinrassige Marans stellen im Winter in der Regel die Legetätigkeit ein. Das gilt insbesondere für die Monate November - Januar, wenn die Tage am kürzesten sind. Reinrassige Junghennen, die bis November nicht angefangen haben zu legen, beginnen ohne Licht im Stall oft erst zum Jahreswechsel, wenn die Tage wieder länger werden. Installiert man Licht im Hühnerstall, legen aber auch reinrassige Marans ab und an ein Ei im Winter.

Wie versichere ich mich, dass ich reinrassige Marans kaufe?

Wer sicherstellen möchte, dass er reinrassige Marans kauft, fragt den Verkäufer am besten direkt und unverblümt. Seriöse Händler werden hier eine ehrliche Auskunft erteilen, dass sie Maran Hybriden verkaufen. Bei Züchtern die ausstellen und ihre Hühner mit Bundesringen beringen, erhält man zuverlässig rassereine Tiere. Diese müssen aber nicht zwangsläufig dem Standard etsprechen oder dunkle Eier legen. Bei Hobbyhaltern und -züchtern, die ihre Tiere nicht ausstellen (wie wir auch), muss man etwas genauer nachfragen. Diese meinen es oft gut, aber erkennen teilweise aus Unwissenheit selbst nicht, dass sich unter ihren Zuchttieren Hybride befinden.

Produktion von Hybriden

Im Folgenden ein Film der zeigt, wie Hybriden produziert werden. 

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