Unsere Rupfmaschine
TYSKAR TM60PRO
Gedanken zur Hausschlachtung
Wer Hühner züchtet oder vermehrt, kommt selten um die Schlachtung überzähliger Hähne herum. Lediglich wer über einen herausragenden Bestand verfügt und wenige Jungtiere "nachzieht", hat die Chance, alle überzähligen Hähne an andere Halter zu vermitteln. Die Nachfrage nach Hähnen ist logischerweise begrenzt.
Wir schlachten pro Zuchtjahr in etwa 10 bis 50 Hähne für den Eigengebrauch. Die Schlachtung und der folgende Verarbeitungsprozess zählen zu den weniger angenehmen Seiten der Hühnerhaltung. Führt man sich allerdings vor Augen, wie es Hähnen der kommerziellen Tierzucht ergeht, ist die Hausschlachtung im Sinne des Tierwohls das bei Weitem geringere Übel. Bruderhähnen von Legehybriden wird kein artgerechtes Leben in Freilandhaltung gewährt. Wer Eier von Hybriden kauft, egal ob vom Bauernhof oder beim Discounter, übersieht diese Schattenseiten gerne. Dasselbe gilt für die Bruderhähne der Legehybriden, die an Hühnerhalter verkauft werden.
Die Masse der Tiere, die zur kommerziellen Fleischproduktion gehalten werden, werden bereits im Kükenalter von etwa 6 Wochen geschlachtet. Ermöglicht wird das durch ihr extrem schnelles Wachstum (Heterosiseffekt). Wer dieses Fleisch kauft, unterstützt nicht nur die moralisch fragwürdigen Haltungsbedingungen, sondern nimmt durch den Verzehr oftmals Rückstände der Antibiotika auf, die den Tieren verabreicht wurden. Rational betrachtet, überzeugt die Hausschlachtung sowohl im Sinne des Tierwohls als auch der Lebensmittelqualität. Was viele Halter von der Schlachtung abhält sind emotionale Gründe. Zum einen tötet man ein Tier, das man zuvor liebevoll aufgezogen hat. Zum anderen fürchtet sich so mancher vor den Bildern und Tätigkeiten, die mit dem Verarbeitungsprozess verbunden sind.
Die Rupfmaschine - eine unserer besten Investitionen
Der Kauf unserer Rupfmaschine war eine der besten Entscheidungen im Rahmen unseres Hobbys. Insbesondere, wenn mehrere Tiere auf einmal geschlachtet werden, ist die Zeitersparnis enorm. Die Tötung des Tiers ist eine Sache von Sekunden. Zeitaufwändiger ist da der folgende Verarbeitungsprozess. Je nach Alter des Tiers, Beschaffenheit des Gefieders und technischem Geschick, werden zwischen 10 Minuten und einer Stunde benötigt, um ein Huhn zu rupfen. Eine Rupfmaschine erledigt das Ganze in wenigen Sekunden. Zudem bleibt die Haut des Geflügels besser intakt als beim Rupfen von Hand (zumindest war das bei uns so). Beim Rupfen von Hand sind Blutkiele eine Qual. Blutkiele erkennt man an der blauen Farbe des unteren Teil des Federkiels. Sie entstehen während des Wachstums der Federn, da diese hierzu mit Blut versorgt werden. Bei älteren Tieren findet man sie lediglich im Herbst bei der Mauser. Jungtiere weisen bis zum schlachtreifen Alter nahezu durchgängig Blutkiele auf. Beim Rupfen von Hand, brechen die Blutkiele regelmäßig ab und es verbleibt eine unschöne blauschwarze Spitze im Fleisch. Die Rupfmaschine arbeitet hier deutlich sauberer. Einzelne Blutkiele können aber auch hier zurück bleiben.
Arbeitsablauf
Wenn wir mehrere Tiere schlachten, gehen wir wie folgt vor:
Zunächst werden alle Tiere nacheinander geschlachtet. Im Anschluss wird das Brühwasser vorbereitet (etwa 70 Grad). Das kurze Brühen der Tiere in heißem Wasser ist wichtig, damit sich die Federn leicht lösen lassen. Ist das Wasser zu heiß, besteht die Gefahr, dass das Fleisch oberflächlich gegart wird. Bei zu niedriger Temperatur lösen sich die Federn während des Rupfens schlechter. Unmittelbar nach dem Brühen kommt das erste Tier in die Rupfmaschine. Wir lassen es für etwa 10 - 15 Sekunden rupfen und spritzen kurz mit dem Gartenschlauch in die Trommel, um die entfernten Federn aus der Maschine zu spülen. Sind noch nicht alle Federn entfernt, wird das Tier für wenige Sekunden ein zweites Mal gebrüht und kommt im Anschluss erneut für einige Sekunden in die Rupfmaschine. In der Regel sind die Tiere dann nahezu nackt. Lediglich einzelne Schwanzfedern oder Schwungfedern verbleiben oftmals am Tier. Diese langen Federn verfügen über dicke Schäfte und lassen sich schwerer lösen. Meist sind das 5 - 10 Federn, die in wenigen Sekunden gezogen sind - fertig. Das gerupfte Tier wird beiseite gelegt und das nächste Tier gerupft. Hier sollte nicht getrödelt werden, da das Brühwasser ansonsten zu stark auskühlt. Wer sehr viele Tiere zu rupfen hat, kann in einen elektrischen Brühwasserkessel investieren, der automatisch die optimale Brühtemperatur hält.
Die entfernten Federn werden durch den Auswurfschacht aus der Maschine gespült. Ist das letzte Tier gerupft, lassen wir die Rupfmaschine laufen und spülen sie währenddessen mit dem Gartenschlauch aus. Anschließend trennen wir die Maschine vom Stromnetz und greifen mit der Hand in den Auswurfschacht. Hier findet sich gerne noch eine Handvoll federn. Zuletzt entfernen wir verbliebene Federn aus der Trommel. Diese bleiben gerne zwischen den Ansätzen der Rupffinger und der Trommelwand hängen. Maschine trocknen lassen, in die Garage schieben, abdecken, fertig.
Vor- und Nachteile einer Rupfmaschine
Rupfmaschinen sind schwere Geräte, die in etwa der Größe einer Waschmaschine entsprechen. Auf Rädern können diese leicht gerollt werden. Kein Problem - sofern keine Treppen im Weg sind. In der Regel wird ein bis wenige Male im Jahr geschlachtet. Hier trumpft die Rupfmaschine mit ihrem Komfort. Die restlichen 360 - 364 Tage im Jahr nimmt sie lediglich Stauraum in Anspruch, der nicht jedem zur Verfügung steht. Wir benötigen in etwa 15 Minuten, um unsere Rupfmaschine nach dem Gebrauch zu reinigen. Oft klemmen einzelne Federn zwischen der Innenwand und den Rupffingern. Diese müssen von Hand entfernt werden, sofern man sie nicht in der Maschine lassen möchte. Happig sind die Anschaffungspreise von Rupfmaschinen. Diese haben auch uns zögern lassen. Letzten Endes haben wir die Investition keine Sekunde lang bereut. Mit Kindern ist das Wochenendprogramm oft straff getaktet. Hier macht es einen erheblichen Unterschied, ob man in zwei Stunden schnell 10 Hühner schlachtet, rupft und zerlegt oder ob diese Aktion den halben Tag in Anspruch nimmt.
Nachteile
- Kosten
- erforderlicher Stauraum
- Reinigung nach der Nutzung
Vorteile
- schnelles Rupfen
- die Haut des Tiers wird weniger bis gar nicht geschädigt