Unsere Marans Geschichte

Im Folgenden ein kleiner Abriss, wie sich unser Projekt mit den Marans im Farbschlag schwarz-kupfer über die Jahre entwickelt hat.

Vorherige Rassen

Zu Beginn ein kurzer Überblick wie sich unser Hühnerbestand entwickelt hatte, bevor das erste Marans Huhn eingezogen ist.

Die ersten Jahre hielten wir verschiedene Rasse-Mixe und Hybriden. Gebrütet wurde vorwiegend von Glucken. 

Die erste rein gehaltene Rasse waren die Silverruds bla. Diese blieb ein paar Jahre, bis wir uns schließlich auf die Marans festlegten.

Zwergseidenhühner wurden vorwiegend für die Kinder angeschafft. Tatsächlich hatten diese aber mehr Freude an den Großrassen.

Die Schwedischen Blumenhühner überzeugten mit ihrer Legeleistung und dem zutraulichen Charakter. In Sachen Fleischproduktion und Eierfarbe können sie mit den Marans nicht mithalten.

Für einen bunten Eierkorb, liefen auch immer Olivleger mit (Silverruds bla x Marans). Cream Legbar sorgten für blaue Eier. Schokoeier verschafften die ersten Marans.

Erste Marans

Die ersten Marans im Farbschlag schwarz-kupfer zogen ein, um für farbliche Vielfalt im Eierkorb zu sorgen. Ein Interesse an einer ernsthaften Zucht bestand zunächst nicht. Aus den zehn bestellten Bruteiern schlüpften zwei Hähne. Diese wurden gemeinsam mit Silverruds bla ausgebrütet und aufgezogen. Das deutlich schnellere Wachstum und der spätere Krähbeginn im Vergleich zu den Silverruds, ließ uns erstmals die Vorteile der Marans als Zweinutzungshuhn erkennen. Wir haben den zutraulicheren Hahn behalten und eine Junghenne zugekauft. Unten ein Bild der beiden.

Die kleineren, helleren Eier, entstammen von unserer ersten Henne. Die dunkleren und größeren Eier aus der ersten Nachwuchsgeneration.

Eier der Stufe 5 auf der Farbskala.

Die Entscheidung

Die Faszination für das dunkle Ei und die Qualitäten als Zweinutzungshuhn führten zu der Entscheidung, mit der Marans-Zucht zu beginnen. Es sollten gesunde, vitale Tiere im Farbschlag schwarz-kupfer werden. Die Hühner sollten die rassetypische dunkle Eierfarbe mit einem Erscheinungsbild nahe des Rassestandards vereinen. Es war schnell klar, dass unsere Tiere und deren Nachzuchten recht weit vom Idealtyp eines Marans Huhns entfernt waren. Bevor wir uns auf die Suche nach der bestmöglichen Ausgangsgenetik begaben, studierte ich den Rassestandard der Marans. Neben dem offiziellen Standard des BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter) fanden sich insbesondere auf der Website des Marans Club de France (www.marans.eu) wertvolle Informationen. Kontakte mit Züchtern und der Austausch in Foren (insbesondere englischsprachigen Facebookgruppen) rundeten das Verständnis ab, so dass wir die Qualität der Ausgangstiere ausreichend beurteilen konnten.

Erster Versuch mit Bruteiern

Relativ schnell fanden wir einen Züchter mit vielversprechenden Tieren. Er wohnte am anderen Ende der Republik, weshalb wir uns nach einem Telefonat 30 Bruteier zuschicken ließen. Seine Tiere waren aus Eiern geschlüpft,  die in Frankreich den wichtigsten Eierwettbewerb gewonnen hatten. Zudem sahen sie auf den Bildern rassetypisch aus. Aus den ersten 30 Eiern schlüpfte nur ein Hahn. Beim Großteil der Bruteier, die äußerlich unversehrt ankamen, waren die Luftblasen beweglich. Erneut 30 Eier bestellt. Zwei Eier kamen mit Rissen an. Wieder das Luftblasenproblem - kein einziges Küken geschlüpft. Da der geschlüpfte Hahn viele Fehler aufwies und es offensichtlich nicht mit dem Versand klappen wollte, sahen wir von einer erneuten Bestellung ab.

Das Hähnchen durfte bis zur 16. Lebenswoche wachsen und wurde dann geschlachtet. Auf diesem Bild ist er etwa 10 Wochen alt. Es entwickelten sich noch Geierfersen. Man sieht schon hier den Sägekamm, der zudem zu dunkel ist. Ein zu dunkles Auge. Auch Schnabel und Läufe sind zu dunkel.

Hier das dunkelste Brutei. Farblich durchaus vielversprechend. Wenn es auch ein ungewöhnlicher Farbton ist (mehr goldbraun als kastanien - oder rotbraun).

Erster Versuch mit Zuchttieren

Als in etwa 150 Kilometer von uns entfernt zwei Junghennen eines Ausstellungszüchters angeboten worden waren und man sich einen von etwa 10 Hähnen dazu aussuchen konnte, traten wir mit dem Züchter in Kontakt. Er schickte auf Nachfrage Bilder der Eier, die die Mütter der angebotenen Tiere legten. Vater war ein zugekaufter Zuchthahn, der auf Ausstellung mit 97 Punkten bewertet worden war. Natürlich handelte es sich bei den erhaltenen Hennen, um die schlechteren Tiere des Züchters, die er selbst nicht zur Weiterzucht benötigt. Eine ganz normale Sache. Aller Anfang ist schwer. Die Hennen waren aber durchaus brauchbar. Da sie über zu wenig Kupfer am Hals verfügten, wählte ich dazu einen in der Brust überzeichneten Hahn. Leider legten die Hennen zu helle Eier (die Farbgenetik des 97-Punkte-Vaters war unbekannt). Zudem hatten sie einen stark ausgeprägten Bruttrieb. Wir entschieden uns dagegen, diese Tiere als unsere Zuchtbasis zu verwenden. Nach einem Legejahr konnten wir das Trio erfolgreich ermitteln.

Eine der Hennen beim Glucken.

Der Hahn mit einer Henne aus unserem vorherigen Bestand im Hintergrund.

Die hellen Eier (Beginn der ersten Legeperiode).

Ein äußerlich und charakterlich ansprechender Hahn mit einem Gewicht von knapp 4 kg. Wenngleich nicht perfekt, hätte man auf ihm eine Standard betonte Zucht aufbauen können. 

Der aktive Nestbau des Hahns und das regelmäßige Begleiten der Hennen in das Nest, deutete auch auf männlicher Seite die gut erhaltenen Brutinstinkte der Linie an. Exzessive Brüterinnen senken die Legeleistung und sind nach unserem Geschmack in großer Zahl zu aufwendig in der Betreuung.

Bruteier aus Frankreich (Bestand 1)

Alle weiteren Bemühungen einen Anfangsbestand in Deutschland zu finden, liefen zunächst ins Leere. Im Wesentlichen fand man schöne Tiere von Ausstellungszüchtern, deren Eierfarbe unzureichend war oder Tiere mit ordentlicher Eierfarbe, die äußerlich nicht viel mit Marans gemein hatten. Einen ernsthaften Spagat zwischen Eifarbe und Rassestandard schienen die wenigsten Halter anzustreben. So stellte ich Kontakt zu einem Franzosen her, der Mitglied im Marans Club de France ist. Dieser verfügte über fünf Marans Stämme im Farbschlag schwarz-kupfer. In jeder Gruppe konzentrierte er sich darauf, bestimmte Eigenschaften zu verbessern (Eierfarbe, Kämme, Ausstellungstiere). Die erhaltenen Bilder überzeugten. Es wurden zweimal 40 - 50 Eier aus drei seiner Linien bestellt. Das ein oder andere Ei kam beschädigt an. Insgesamt erhielten wir aus den knapp 100 Bruteiern in etwa 20 Tiere. Da unsere Auswahl an Zuchttieren überschaubar war, nutzten wir ausschließlich die besten Tiere und mussten mangels Alternativen die Linien bereits in der ersten Generation kreuzen. Die Nachzuchten dieses Bestands laufen immer noch als Bestand 1 bei uns mit. 

Die ersten aus Frankreich erhaltenen Eier.

Die zehn dunkelsten Eier. Diese Farben konnten durch unsere Nachzucht der 1. Generation nicht reproduziert werden.

Die dunkelsten Eier wurden von unseren zuverlässigsten Zwergseidenhühnern ausgebrütet. Der Rest ging in den Brüter.

Der beste Hahn, der sich durchgesetzt hat. Wog leider nur 3,2 kg und zeigte leichte Scherenflügel. Er wurde nur mit Hennen von mindestens 3 kg verpaart.

Dazu ein paar ordentliche Hennen. Auch hier gab es Scherenflügel. Die beiden hier waren schon etwas vom Hahn zugerichtet.

Dieser Hahn kam nicht zum Einsatz. Typisch waren zu lange Schwänze, va. bei den Hähnen und zu wenig Kupfer im Hals der Hennen. Standardfehler war der Scherenflügel.

Die Eierfarben unserer Nachzucht waren zufriedenstellend.

Es wurde viel gebrütet und selektiert.

Insgesamt war es doch ein ordentlicher Bestand, auch wenn wir uns mehr erwartet hatten. Der Züchter hatte immerhin einen französischen Vizemeister in seinem Bestand und ein Jahr später den französischen Meister gestellt. Er brütete nach eigenen Angaben über 500 Marans schwarz-kupfer im Jahr aus und behielt nur die besten Tiere. Dass selbst die besten Züchter mit einer solchen genetischen Varianz zu kämpfen haben, zeigt, dass die Rasse im Allgemeinen noch nicht sehr gut durchzüchtet ist. Insbesondere aufgrund der hartnäckigen Scherenflügel suchten wir aber weiter nach besseren Tieren. Die Eierfarbe lag solide zwischen den Stufen vier und fünf, vereinzelt waren sechser Eier zu finden. Die Verbesserung der Eierfarbe war ein weiterer Grund dafür, dass wir die Suche nach besserer Genetik fortsetzten.

Ein weiterer Reinfall mit Tieren

Wir stießen auf ein Angebot, aus zwei Hähnen einer Zuchtgruppe wählen zu dürfen. Das Telefonat mit der Züchterin verlief vielversprechend. Sie meinte, streng gegen Fehler zu selektieren. Die Hähne würden an die fünf Kilogramm wiegen. Das wäre schon fast zu schwer und ich tippte auf eine leichte Verfettung. Allerdings kamen uns schwere Tiere gerade recht, da in Bestand 1 zu dieser Zeit immer wieder Hähne unter 3,5 Kilogramm und Hennen von nur etwa 2,5 kg fielen. Ihre Tiere hätten bei Ausstellungen stets gut abgeschnitten. Der aktuelle Bestand konnte allerdings aufgrund der Corona-Pandemie noch nicht ausgestellt werden. Man einigte sich darauf, dass wir uns einen Hahn und eine der 15 Hennen aussuchen dürfen und im Gegenzug vorab 20 unserer eigenen Bruteier zuschickten (es waren ein paar Kilometer zu fahren). Vor Ort angekommen, hätte ich am liebsten wieder umgedreht. Den Hähnen sah man auf den ersten Blick an, dass sie maximal 3,5 kg wogen. Die Tiere waren hysterisch und scheu. Aus der Hühnerschar sprangen einem sofort verschiedenste Fehler ins Auge. Die Bruteier waren allerdings schon abgegeben und ich brachte es nicht übers Herz, der Züchterin ins Gesicht zu sagen, was ich von ihren Tieren hielt. Ich suchte eine akzeptable zweijährige Henne aus. Diese wies keine groben Fehler auf. Doch was in ihrer Genetik versteckt sein konnte, zeigten die anderen Tiere. Die Züchterin konnte nicht glauben, dass ich die alte Henne den Junghennen vorzog. 

Der Hahn kam nicht zum Einsatz. Der hohe Schwarzanteil an Rücken und Schultern hätte größtenteils für Hennen mit zu wenig Kupfer am Hals gesorgt. Der Hauptgrund war allerdings der schreckhafte, hysterische Charakter. Zudem wurde der Schwanz zu hoch getragen.

Die Henne wurde im Gegensatz zum Hahn in der Gruppe ruhiger und fast zutraulich. Sie brachte stolze 3,6 kg auf die Wage, ohne verfettet zu sein und legte trotz ihres Alters regelmäßig Eier der Stufe 5. Mit ihr haben wir einige Verpaarungen vorgenommen, um für mehr Masse im Bestand zu sorgen. Ansonsten kam sie äußerlich nicht an die Hennen unseres Bestands 1 heran.

Was dieses Erlebnis vor allem zeigte, war, wie sehr sich Züchter in ihren eigenen Tieren täuschen können. Die Verkäuferin war fest davon überzeugt, über top Tiere zu verfügen. Viele Fehler waren ihr offensichtlich nicht bekannt, obwohl sie bereits mehrfach mit ihren Tieren auf Ausstellungen war. Als ich sie auf den hohen Schwarzanteil des Hahns ansprach, meinte sie, dass sie immer darauf achte, dass die Hähne keine Kupferflecken in der Brust haben. Genau diese Kupferflecken sorgen aber unter anderem für eine ausreichende Kupferzeichnung der Hennen. Zudem sind sie laut Rassestandard gestattet. Die Fehleinschätzung des Gewichts der Hähne klärte sich bereits vor Ort. Laut ihrem Mann habe ein Althahn beim Schlachten 5 kg gewogen. Sie hatte das auf die Hähne der nächsten Generation übertragen.

Masse statt Klasse und Bestand 2

Wir brüteten eifrig hunderte Eier von sechs verschiedenen Züchtern aus. Was den Rassestandard anbelangt, kam kein Bestand an unseren Bestand 1 heran. Lediglich eine Linie konnte aber mit einer um ein bis zwei Stufen besseren Eierfarbe überzeugen. Unser aktueller Bestand 2. Vierzig der sechzig erhaltenen Eier lagen in der Farbskala zwischen fünf und sieben.  Die Eigröße war allerdings grenzwertig klein, viele Eier unter 60 g. Am Typ musste und muss auch deutlich geschraubt werden. Der Züchter hatte seit Jahren ausschließlich an der Eierfarbe gearbeitet. Leider wurde diese Linie durch Fuchs und Habicht so stark dezimiert, dass wir zwischenzeitlich kaum Fortschritte erzielen konnten.

Die erhaltenen Eier.

Die dunkelsten Eier davon (Stufe 7).

Bestand 3

Mit Bestand 1 und 2 ließ sich arbeiten. Mehr durch Zufall entdeckte ich schließlich ein angebotenes Trio, bestehend aus einem Hahn und zwei Hennen. Die Tiere sahen gut aus. Die Eier waren im Dunkeln fotografiert und ließen keinen Rückschluss auf die tatsächliche Eifarbe zu (leider ist es zum Volkssport geworden, die Eier in dunklen Räumen zu fotografieren, um sie dunkler wirken zu lassen). Kurz telefoniert, Eierfoto bekommen, sofort die 350 Kilometer einfache Fahrt angetreten. Die Anfangseindrücke hätten kaum besser sein können. Der Hahn und eine Henne entsprechen dem Rassestandard unseres Bestandes 1. Leider haben die Hennen nachdem wir sie im Mai 2024 erhalten hatten nur noch drei Eier gelegt und sind dann in die Mauser gegangen. Die Farbe der Eier übertraf sogar die unseres Bestandes 2. Vermutlich war dem Verkäufer gar nicht klar, welch gute Genetik er hier abgab. Was sie tatsächlich wert ist, wird aber erst die Nachzucht zeigen. Aus den drei gelegten Eiern schlüpfte ein Küken, welches leider spurlos aus dem Auslauf verschwand.

Ein toller Hahn von exakt 4 kg. Ein kleiner Wunsch ist ein etwas flacherer Schwanz, eine Zacke weniger im Kamm und ein gleichmäßigerer Kamm.

Blauspray an den Füßen, da er beim Kampf mit einem anderen Hahn ein paar Fußfedern gelassen hat. Das Gefieder erscheint im Schatten fotografiert ganz anders als beim ersten Bild in der Sonne.

Die Henne mit dem besseren Typ und einem Gewicht von 3,3 kg. Legt Eier der Stufe 7.

Die Henne mit dem etwas schwächeren Typ. Größte Fehler: Scherenflügel und krumme Zehen.

Eier im Innenraum fotografiert. Farblich sehr gut für das Ende der Legeperiode. Leider nur zwischen 61 und 65 g schwer.

Eier mit Farbkarte draußen fotografiert. Stufe 7 - 8.

Wie geht es weiter?

Mit den drei Beständen verfügen wir nun über ordentliche Ausgangstiere. Während Bestand 1 bereits einige Generationen bei uns lebt, konnten wir an Bestand 2 bisher wenig und an Bestand 3 noch gar nicht arbeiten. Alle Bestände werden in sich rein gehalten und verbessert. Zudem werden Kreuzungsversuche zwischen den Beständen unternommen. Es wird noch einige Jahre dauern, bis sich einer der Bestände oder eine auf einer Kreuzung basierende Linie durchsetzt und die anderen qualitativ verdrängt. Ziel ist es, die beste Familie auszuwählen. Von dieser idealerweise genetisch reinen Familie werden dann wiederum mehrere Stämme gebildet. Durch jährlichen Tausch der Hähne zwischen den Stämmen wird die Genetik rein gehalten, ohne in die Gefahr einer Inzuchtdepression zu geraten (Rotationszucht). Ein Einkreuzen von Fremdtieren, welches zur Verwässerung der mühsam erarbeiteten Genetik führen würde, soll unterbleiben.

Das verflixte Zuchtjahr 2024?

Es gibt erfolgreiche und ernüchternde Zuchtjahre sowie viele Abstufungen dazwischen. Für uns hatte das Jahr 2024 - was die Hühnerhaltung anbelangt - ziemlich viel Luft nach oben. Diverse Greifvogel- und Fuchsschäden bei der Nachzucht ließen uns mit einer überschaubaren Zuchtbasis für das Jahr 2025 zurück. Noch einschneidender waren allerdings die Auswirkungen eines grippalen Infekts, dessen Ursprung wir nicht abschließend klären konnten. Es erkrankten in etwa 70 Prozent unserer Alttiere. Einzelne Tiere verstarben sogar. Interessanterweise sind alle drei Hähne der Gruppe verstorben, während es nur zwei Hennen getroffen hat. Der Tod der Hähne war deshalb schmerzhaft, da - insbesondere durch den Verlust des einzigen Hahnes aus Gruppe 3 - ganze Linien/Familien nicht genetisch rein fortgeführt werden können. Es wird also im Jahr 2025 verschiedene Einkreuzungen geben. 

Hahnensuche 2024/2025

Die Bestandsaufnahme der verbliebenen Zuchttiere zeigte, dass wir alle Hähne, die über eine gesicherte Genetik für die sehr dunkle Eierfarbe verfügten, verloren haben. Die uns verbliebenen Hähne sind Kreuzungen aus unseren Beständen 1 und 3. Somit musste zumindest für die Eierlinie ein neuer Hahn her, um die gute Genetik der dunkel legenden Hennen nicht zu verwässern. Die mehrmonatige Suche nach einem guten Hahn brachte keinen Erfolg. Wer gibt auch schon ein solches top Tier ab? Es blieb also nur eine neue Brut mit fremden Bruteiern. Wir haben einen Züchter gefunden, der sich ausschließlich auf die Eierfarbe konzentriert. Nach seiner Angabe stammen seine Tiere aus dem Bestand eines Züchters, der 2022 den Eierwettbewerb des Marans Club de France gewann. Die Fotos seiner Zuchttiere zeigen klar, dass der Fokus nicht auf dem Rassestandard liegt. Die Tiere haben deutliche Mängel. Da die Eierfarbe sehr gut durchzüchtet war, wagten wir dennoch einen Versuch. Ziel: aus den 48 bestellten Eiern einen Hahn zu bekommen, den wir mit unseren dunkel legenden Hennen (diese entsprechen auch äußerlich dem Rassestandard) verpaaren können. Sollte die neu erhaltene Eiergenetik der unseren überlegen sein, was sich erst mit Legebeginn abschätzen lässt, machen wir ggf. eine neue Eierlinie mit den neu erworbenen Tieren auf. Im Folgenden ein paar Bilder der zugekauften Bruteier.

Unter der Lampe fotografiert.

Draußen fotografiert wirken die Farben komplett anders.

Die dunkelsten der 48 bestellten Eier mit Farbkarte.

Aus den 48 zugekauften Bruteiern sind 19 Küken geschlüpft. Sieben davon sind aus sehr dunklen Eiern geschlüpft. Die Hoffnung ist, dass sich unter diesen ein optisch akzeptabler Hahn befindet. Die Küken sind vital und machen einen guten Eindruck.
Um eine größere Auswahl zu haben, haben wir weitere 96 Eier bei dem selben Züchter bestellt. Aus diesen sind leider nur 20 Küken geschlüpft, da der Großteil unbefruchtet war oder beim Versand bei winterlichen Temperaturen Schaden genommen hat. 

Um alle 96 Eier gleichzeitig ausbrüten zu können, mussten wir alle unser Brutautomaten nutzen.

Im den Bruja 3000d kamen die hellsten Eier, da hier etwas geringere Schlupfraten zu erwarten waren. Nach dem Schieren konnten wir viele unbefruchtete/nicht entickelte Eier aussortieren und bis Tag 18 im Rcom 50 pro DO brüten. 

Von Tag 10 (Schieren) bis Tag 18 lagen alle Eier im Rcom pro 50 DO. Ab Tag 18 bis zum Schlupf haben wir die Eier zusätzlich auf den Rcom max 20 aufgeteilt, um mehr Schlupfabteile zu haben.

Schlupf im Rcom 20 max. Die Eier kamen aus sechs verschiedenen Gruppen desselben Züchters. Wir haben sie zudem weiter nach Eierfarbe aufgeteilt, sodass wir 10 Abteile hatten, zwei davon im max 20.

Update März 2025

Wie bereits weiter oben beschrieben, müssen wir aufgrund schwerer Verluste im letzten Jahr dieses Jahr kleinere Brötchen backen.

Erste Brut

Die erste Brut (obiges Bild) aus den zugekauftet Bruteiern wächst gut heran und ist mittlerweile 10 Wochen alt.

Die zweite Brut aus zugekauften Bruteiern ist in etwa drei Wochen alt. Aufgrund des milden Wetters haben wir sie bereits in einen Außenstall verlegt. Bei 15 Grad freuen sie sich über ein paar Sonnenstrahlen bei offener Stalltür. 


Es haben sich bereits einige Hähnchen geoutet. 

Die Wirkung von Sonnenlicht ist bei der Aufzucht nicht zu unterschätzen. Werden Jungtiere über Wochen oder Monate ohne Sonnenlicht gehalten, benötigen sie eine Tageslichtlampe oder Vitaminzusätze im Trinken, um einen Vitamin D Mangel zu vermeiden.

Wir haben nun eine erste und womöglich - was die Hennen anbelangt - einzige Zuchtgruppe des Jahres 2025 zusammengestellt. Sie besteht aus zwei zweijährigen Hennen des Bestands 3 sowie aus einem Junghahn, der erst 6 Monate alt ist. Da wir in 2024 alle geplanten Zuchthähne verloren hatten, mussten wir improvisieren. Wir haben von befreundeten und bekannten Haltern Hähne zurückbekommen, die bei diesen aus unseren Bruteiern geschlüpft waren. Dieser Hahn ist unser Favorit aus den 7 Hähnen. Sein Vater stammt aus unserem Bestand 3  und die Mutter aus Bestand 1. Da er nicht bei uns geschlüpft ist, können wir die Mutter nicht sicher bestimmen, haben aber aufgrund einiger Merkmale einen Verdacht. Er wird und muss sich noch weiterentwickeln. Doch er tritt bereits die Hennen, welche allerdings noch sehr unregelmäßig legen. Durch die frühzeitige Abtrennung gewährleisten wir, dass bei Einsetzen der regelmäßigen Legetätigkeit bereits alle Eier von diesem Hahn befruchtet sind.

Bei den Hennen hat der Kupferanteil am Hals bereits deutlich nachgelassen. Bei Marans Hennen kommt es regelmäßig vor, dass der Kupferanteil mit jeder Mauser sinkt. Deshalb ist es wichtig, das Aussehen der Tiere in jeder Altersstufe fotografisch zu dokumentieren. Das optimale Verhältnis von Schwarz zu Kupfer bei beiden Geschlechtern zu erhalten, ist eine der Herausforderungen bei der Zucht der Marans im Farbschlag sk. Gerne produzieren unschön überzeichnete Hähne die schönsten Hennen, während schöne Hähne (insbesondere mit komplett schwarzer Brust) zu dunkle Hennen hervorbringen. Aus diesem Grund sind bei den Hähnen laut Rassestandard kupferne Einlagerungen in der Brust gestattet. Diese lassen die Hahnenzeichnung zwar unsauber wirken, tragen aber zu einem besseren Kupferanteil der Hennen bei.

 Es bleibt abzuwarten, wie sich der Kupferanteil des Hahns entwickelt. Er weist noch viele schwarze Stellen auf. Besonders am Sattel und an der Schulter/Flügeldeckfedern (siehe rot umrandeter Bereich). Er befindet sich noch immer in der Erwachsenenmauser, weshalb wir noch auf eine Erhöhung des Kupferanteils hoffen dürfen. Insbesondere am Kupferanteil des Hahns an den Ohrschmuckfedern, den Schultern und der Brust, kann man erkennen, welchen Kupferanteil er an seine Nachkommen weitergeben wird. Optimalerweise sollten im oben umrandeten Bereich keine schwarzen Stellen mehr zwischen dem Kupfer/Samtrot sichtbar sein.

Wie steht es mit unseren verschiedenen Beständen in 2025 

Bestand 1
Den Bestand 1 haben wir mittlerweile aufgegeben. Es leben noch Tiere aus diesem Bestand bei uns, allerdings halten wir diese lediglich für den Fall zurück, dass wir mit unserer aktuellen Zuchtgruppe und den "fremden" Küken nicht weiterkommen.
Hauptgrund für die Aufgabe dieses Bestands ist die überdurchschnittliche Krankheitsanfälligkeit der Tiere. In den ersten beiden Generationen haben wir über Selektion der vitalsten Tiere versucht, resistentere Nachzuchten zu erhalten. Es haben sich auch tatsächlich Verbesserungen eingestellt, was die Infektanfälligkeit anbelangt. Allerdings werden diese Tiere immer wieder von  Federlingen befallen, während die anderen Bestände weitgehend von diesen verschont bleiben oder man bei der Kontrolle nur einzelne Federlinge findet, jedoch keine Nester/Eier. Die generelle Anfälligkeit dieses Bestands könnte in Teilen auch darauf zurückzuführen sein, dass die Tiere über Generationen in der Normandie gelebt haben. Wir haben sie schließlich nach Süddeutschland importiert, wo sie veränderten klimatischen Bedingungen ausgesetzt sind. Zudem kursieren in unseren Ställen und bei den Wildvögeln der Region ggf. andere Erreger als an dem Ort, wo die Tiere erzüchtet wurden. Entsprechende Resistenzen konnten evtl. nicht gebildet, für hiesige Erreger anfällige Tiere nicht von der Zucht ausgeschlossen werden. Die alleinige Erklärung für diese genetische Schwäche ist hier allerdings nicht zu finden. Da Gesundheit und Vitalität unsere wichtigsten Zuchtziele sind, haben wir uns deshalb dazu entschlossen diesen Bestand nicht prioritär fortzuführen. In unserem aktuellen Zuchthahn, der noch nie krank war und auch nie erkennbar von Federlingen befallen worden ist, ist zumindest noch ein Teil der Bestand-1-Genetik vorhanden.

Bestand 2
Auch mit unserem Bestand 2 werden wir die Zucht nicht fortsetzen. Die Tiere hatten deutlich zu wenig Masse (einzelne Hennen wogen sogar unter zwei Kilogramm) und auch die Eier waren zu klein. Kurzzeitig haben wir darüber nachgedacht, sie mit Zwergmarans zu verpaaren, um die Eierfarbe dieser Zwergrasse zu verbessern. Das wäre sicherlich einen Versuch wert gewesen. Wir schätzen die Marans allerdings auch wegen ihres Nutzwerts als Zweinutzungsrasse. Aufgrund des geringen Fleischansatzes der Zwergmarans haben wir uns deshalb gegen ein solches Projekt entschieden. Einige Hennen haben wir abgegeben. Die zwei allerkleinsten laufen noch in unserer Gruppe. Vielleicht finden wir noch einen Zwergmarans Züchter, der sich über eine Einkreuzung dieser Hennen freut.

Bestand 3
Wir haben eine vielversprechende Zuchtgruppen, bestehend aus zwei Hennen des Bestands 3 und einem Hahn, dessen Vater dem Bestand 3 und dessen Mutter dem Bestand 1 entstammt.

Der Fuchs war da...

Von 19 knapp vier Monate alten Jungtieren aus unserer ersten Brut des Jahres sind uns vier geblieben. Den Rest hat der Fuchs. Vermutlich waren sie am Vortag vor Schreck aus dem Gehege geflattert als ein Viehtransporter auf der angrenzenden Wiese Rinder abgeladen hat. Dann haben sie den Weg zurück zum Stall nicht gefunden. Der Fuchs musste sie nur entlang des Außenzauns einsammeln. Wir waren auf einer Hochzeit und haben von alldem nichts mitbekommen.

Update Juni 2025

Aus den zugekauften Bruteiern der ersten beiden Bruten des Jahres sind nur noch wenige Tiere übrig geblieben. Eine Brut fiel - wie berichtet - fast vollständig dem Fuchs zum Opfer. Von den restlichen Tieren mussten wir den Großteil aufgrund von Fehlern oder gravierenden optischen Mängeln aussortieren. Über diese haben sich Bekannte gefreut, die nicht ernsthaft züchten.
Die verbliebenen Tiere wachsen fröhlich weiter. Es bleibt abzuwarten, wie sie sich entwickeln. Das Ziel der zugekauften Eier war es, einen weiteren Hahn zu den verbliebenen Hennen unseres Bestands 3 zu finden. Diese Hennen verfügen über eine sehr gute Genetik, während wir, wie bereits berichtet, im Jahr 2024 alle gesichert guten Hähne verloren haben.

Aus unserem verbliebenen eigenen Zuchtstamm haben wir erste Küken. Diese sind erst zwei Wochen alt. Der Hahn hat sich in Farbe und Größe nicht derart weiterentwickelt, wie erhofft. Zudem verfügt er hinsichtlich der Eierfarbe mutmaßlich über schlechtere Erbanlagen als die Hennen. Aus diesem Grund haben wir einen fremden Hahn geholt, den wir nun ebenfalls mit den beiden Hennen des Bestands 3 verpaaren werden. Die Nachzucht wird zeigen, welcher Hahn die bessere Wahl war. 

Die bebrüteten Eier unserer Hennen. Sie legen in ihrer zweiten Legeperiode Eier der Stufe 6 bis 7. In der Größe konnten sie nach der Legepause nicht zulegen und liegen im Schnitt bei 65 Gramm. Sie dürften gerne etwa fünf Gramm schwerer sein.

Wir haben mehrere Monate nach einem fremden Hahn gesucht, um nicht alles auf eine Karte zu setzen. Gut 500 km später hatten wir diesen Herrn im Garten. Er ist bereits zweieinhalb Jahre alt und nach Angaben des Halters - ja ein Hobbyhalter und kein Marans Züchter aus einem 7 - 8er Ei geschlüpft. Ob das stimmt, können wir natürlich nicht beurteilen. Entsprechende Hinweise wird erst seine Nachzucht liefern.

Der Kamm zeigt, dass er sich bisher gegen mehrere Nebenbuhler durchsetzen musste. Erkennbar an den aktuell kleineren Blutkrusten und den nach Verletzungen gekürzten Kammzacken. Die Farbe des Kopf- und Halsgefieders sowie des Schnabels, der Augen und den Ohrschmuckfedern gefällt.

Hier ein älteres Bild, das von seinem ehemaligen Halter zur Verfügung gestellt wurde. Man beachte die Unterschiede am Kamm.

Er hat sich bereits seine Sporen verdient. Die Lauffarbe gefällt. Die roten Verfärbungen sind bei Marans Hähnen normal, insbesondere, während der Sommermonate, wenn sie sexuell am aktivsten sind. Er weißt die bei Rassen mit Fußbefiederung oft zu sehenden verkürzten Außenzehen auf. Die Kralle der rechten Außenzehe steht zudem schräg ab. Im Gegensatz zu Rassen mit unbefiederten Füßen wird dieser "Zehenfehler" in der Ausstellungszucht toleriert und gilt nicht als Ausschlussfehler. Unerwünscht ist er aber allemal.

Die Kupferzeichnung ist sehr gut. Der Schwanz könnte flacher sein, aber ist noch in Ordnung. Insgesamt ein ansprechender Typ. Brust und Bauch könnten noch etwas ausgeprägter sein. Der Rücken gerne einen Hauch länger. 
Doch was sehen wir in den Schwanzfedern? Weiße Anteile - Schilf - einen Ausschlussfehler. Diese Tatsache hat mich zögern lassen. Doch blieb er der beste Hahn, der aufzutreiben war. Bei der Nachzucht muss stark gegen weiße Federn selektiert, Tiere akribisch nach versteckten weißen Federn abgesucht werden. Etwas zuversichtlich stimmt, dass er diese Weißanteile erst nach der zweiten adulten Mauser entwickelt hat. Neben genetischen Faktoren können auch Verletzungen der Federfollikel für diese Problematik verantwortlich sein. Dies sieht man mitunter an der Fußbefiederung, die durch das Scharren der Tiere geschädigt wird und hierdurch weiße Stellen entwickeln kann. Da der Hahn einem Umfeld mit starkem Konkurrenzkampf entstammt, können verletzte Federn als Ursache nicht ausgeschlossen werden, wenngleich genetische Faktoren ehrlicherweise wahrscheinlicher sind. Wie immer wird sich auch in diesem Fall der Zuchtwert der Elterntiere erst in der Nachzucht zeigen.

Update Dezember 2025

Aus den Bruten des vergangenen Jahres hat sich eine Verpaarung herauskristallisiert. Aus dieser haben wir zwar nur vier Tiere erhalten - drei Hennen und einen Hahn -, aber diese sind vielversprechend. Die Hennen sind farblich nahezu optimal und sehr homogen. Lediglich der Hahn zeigt Kammfehler und wird nicht zum Einsatz kommen. 

Die optisch vielversprechenden Junghennen werden erst in einigen Wochen ihre Eierfarbe zeigen.

Der Junghahn wird noch deutlich an Kupfer gewinnen. Seine Kammfehler (M-Zacke und Nebenzacke) schließen ihn allerdings von der Weiterzucht aus. Bei den nächsten Bruten mit denselben Elterntieren werden wir besonders auf etwaige Kammfehler achten.

Die Elterntiere, die die beste Nachzucht geliefert haben. Beide sind bereits knapp vier Jahre alt. Wir werden aus dieser Verpaarung alle Eier ausbrüten, die in der nächsten Legeperiode gelegt werden. Die ersten 14 Eier sind bereits in den Brutautomaten gewandert.

Um noch eine Alternative zu haben, läuft bei den beiden noch eine weitere Henne mit. Im Stall läuft ein Lichtprogramm mit Kunstlicht von 05:00 - 19:00 Uhr, um von der Althenne ein paar Eier mehr zu bekommen und die Befruchtungsleistung des Althahns zu unterstützen. Welche Lichttechnik wir verwenden, lest ihr hier.