Marans Bruteier 

Wir Marans Liebhaber sind ständig auf der Suche nach den dunkelsten Eiern. Weshalb es oft besser ist, dem eigenen Bestand treu zu bleiben und sich nicht von fremden Marans Eiern beeindrucken zu lassen, erklären wir in dem folgenden Artikel.

Das dunkle Ei

Wir alle streben nach möglichst dunklen Eiern. Das satt braune Äußere fasziniert uns wie kaum eine andere Eierfarbe. Doch lassen wir uns allzu gerne von ihrer Anziehungskraft blenden. Sobald wir Bilder von dunklen Eiern sehen, wollen wir ebendiese als Bruteier haben, da sie ja so viel besser erscheinen als unsere eigenen.


Die Realität

Niemand hat ausschließlich dunkle Marans Eier. In jedem Bestand gibt es Streuung. Dieselbe Henne kann zu Legebeginn Eier der Stufe 8 legen und nach wenigen Monaten lediglich Eier der Farbstufe 3 - 4. Halter tendieren dazu, lediglich eine Auswahl ihrer dunkelsten Eier zu fotografieren. Viel zu viele fotografieren ihre Eier vorteilhaft. Durch Bildbearbeitung oder Fotografie bei bestimmten Lichtverhältnissen wirken diese deutlich dunkler als sie tatsächlich sind. Natürlich zeigen wir stolz die Ausnahmeeier, die selbst ansonsten heller legende Hennen ab und an produzieren.  Beim Bestaunen dieser Bilder kommt man gerne zu dem falschen Schluss, hier die Durchschnittseier des Halters zu sehen. So gibt es häufig die erste Enttäuschung, sobald die bestellten Bruteier eintreffen und nicht der erwarteten Farbe entsprechen. Entsprechen die Eier tatsächlich der erwarteten Farbstufe, ist das keine Garantie dafür, dass die daraus geschlüpften Tiere ebenfalls in dieser Farbe legen. Im Gegenteil; in den meisten Beständen ist die Streuung groß. Das ist völlig normal, da an der Farbgebung viele unterschiedliche Gene beteiligt sind. Je nach Genkombination ist das Ei heller oder dunkler, glänzend oder matt. Sind wir mit dem Ergebnis nicht zufrieden - unsere Erwartungen orientieren sich an den unrealistischen Eierfotos in sozialen Medien - begeben wir uns auf die Suche nach den nächsten Bruteiern. Der Kreislauf beginnt von neuem...


Do it yourself

Wer sich die Zeit nimmt, seine Tiere genau kennenzulernen, kann über die Jahre  eine anfangs kaum erwartete Konstanz in der Eierfarbe erreichen. Es sollten die Eierfarben aller Hennen dokumentiert werden. Am besten nicht nur einzelne Eier, sondern mehrere Eier zu unterschiedlichen Zeitpunkten einer Legeperiode. Einzelne Hennen blenden uns, indem sie sehr viele helle Eier legen und ab und an ein sehr dunkles Ei einstreuen. Wer blind die dunkelsten Eier ausbrütet, driftet hier in die falsche Richtung. Idealerweise sollten die Eier der Hennen bebrütet werden, die konstant dunkle Eier legen. Hierdurch lässt sich langfristig die durchschnittliche Eierfarbe des Bestands verbessern. Wer jährlich Bruteier zukauft, züchtet hier vergleichsweise blind. Besser ist es, kleine Schritte im eigenen Bestand zu tun und ab und an mit Bedacht frisches Blut einzukreuzen, wo dies erforderlich ist.