Bruja 3000d

Bei dem Bruja 3000d handelt es sich um einen Flächenbrüter mit einem guten Preis-/Leistungsverhältnis. Aus diesem Grund ist das Gerät einer der am häufigsten verkauften Brutautomaten im unteren Preissegment. Der Hersteller gibt eine Kapazität des Inkubators von 48 Hühnereiern an, wenn die Wendehorden für die automatische Wendung genutzt werden. Bei sehr großen und runden Marans-Eiern von über 70 Gramm ist es besser, etwas weniger Eier einzulegen. Die breiten Eier berühren sich sonst seitlich und können sich beim Wenden verkeilen. 40 Eier finden aber problemlos Platz, insbesondere, wenn man darauf achtet, größere Eier neben kleineren zu platzieren. Ohne Wendeeinsatz hatten wir bereits 65 Eier im Bruja 3000d - dafür mussten wir täglich mehrmals von Hand wenden.

Das Gerät verfügt über eine vollautomatische Wendung, was gegenüber einer Wendung von Hand deutlich komfortabler ist. Allerdings sollten die Eier im Automaten zwischen dem 3. und dem 18. Bruttag regelmäßig umgelegt werden. Hiermit ist nicht das Wenden (Drehen) der Eier gemeint, sondern die Umordnung der Eier innerhalb des Brüters. Die Eier aus der Mitte des Geräts werden an den Rand gelegt und umgekehrt. Dies ist bei Flächenbrütern i.d.R. erforderlich, da es aufgrund des fehlenden Ventilators zu Temperaturunterschieden innerhalb des Brutraums kommen kann. Durch das Umlegen wird gewährleistet, dass alle Eier bei einer ähnlichen Durchschnittstemperatur gebrütet werden. Wir haben einmal aufgrund eines Urlaubs auf das Umlegen verzichtet. Da die Eier in der Mitte des Brüters dadurch einer höheren Temperatur ausgesetzt waren als die Eier am Rand, sind die Küken entsprechend früher geschlüpft. Das Schlupfergebnis war durch die Bank gut, allerdings hat sich der Schlupf vom ersten bis zum letzten Küken hierdurch über etwa eine Woche gezogen.  

Die Styroporschale des Geräts sorgt für eine ordentliche Temperaturdämmung. Dafür ist diese schwer zu reinigen. Sie lässt sich zwar feucht abwischen. Doch muss man stets vorsichtig sein, um die Oberfläche nicht zu beschädigen. Koten die Küken auf das Styropor (was kaum vermieden werden kann) bleiben mitunter Verfärbungen zurück, die nicht mehr entfernt werden können.

Wir hatten diesen Inkubator bei all unseren Rassen im Einsatz und konnten damit durchweg sehr gute Schlupfergebnisse erzielen - mit Ausnahme der Marans. Marans sind für ihre unterdurchschnittliche Schlupffähigkeit bekannt, welche primär auf die dickere Eierschale zurückzuführen ist (aber hierzu an anderer Stelle mehr). Für diejenigen, die keine großen Mengen und nicht ausschließlich Marans-Eier ausbrüten, ist der Bruja 3000d eine sehr gute Wahl im unteren Preissegment. Bei unseren Silverruds Bla und Schwedischen Blumenhühnern ist nahezu alles geschlüpft, was befruchtet war. Wer ausschließlich Marans oder Olivleger züchtet, kann unserer Erfahrung nach mit anderen Fabrikaten bessere Schlupfquoten erzielen. Selbstverständlich schlüpfen Marans auch im Bruja 3000d. Wir haben allerdings über fünf Jahre ausschließlich mit diesem Gerät gebrütet und viel experimentiert. Dabei haben wir nur selten Schlupfquoten von über 50 - 60 % erreicht. Dass es an einer mangelnden Vitalität der Küken lag, können wir ausschließen, da wir neben unseren eigenen Eiern Marans-Eier von mehr als 10 verschiedenen Züchtern ausgebrütet haben. Allerdings will ich der Vollständigkeit halber auch erwähnen, dass mir andere Halter davon berichtet haben, dass sie auch mit dem Bruja 3000d gute Schlupfquoten bei Marans erreicht haben. Das dürfte zum einen darauf zurückzuführen sein, dass sich auch Inkubatoren des gleichen Typs qualitativ unterscheiden können (wobei bei uns alle anderen Rassen gut geschlüpft sind). Zum anderen können auch äußere Einflüsse, wie die Luftfeuchtigkeit und Temperatur im Brutraum, das Schlupfergebnis beeinflussen. Da Brutautomaten Hersteller-übergreifend über hohe Wiederverkaufswerte verfügen, kann es sich deshalb durchaus lohnen, den Bruja 3000d einmal zu testen, bevor man in ein Modell investiert, dass ein Vielfaches kostet. Erzielt man keine ansprechenden Ergebnisse, kann man das Gerät mit einem geringen Wertverlust veräußern. Wir nutzen unseren Bruja 3000d noch immer als Ersatzgerät.

Vorteile des Bruja 3000d

- gutes Preis-/Leistungsverhältnis
- günstiger Preis
- geringer Stromverbrauch
- vollautomatische Wendung
- gute Schlupfergebnisse bei vielen Rassen

Nachteile des Bruja 3000d

- Umlegen der Eier im Brüter erforderlich
- keine Stammschlupfhorden als Zubehör erhältlich
- das Styropor ist nicht gut zu reinigen
- für Marans gibt es bessere (teurere) Brutautomaten z.B. die Rcom Geräte

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Bruja 3000d ohne Wendehorde mit etwa 65 Marans-Eiern. Die Markierung dient der Orientierung beim händischen Wenden. Die Eier liegen direkt auf dem Schlupfgitter.

Durch das Befüllen der Wasserschalen wird die Luftfeuchtigkeit gesteuert. Bei Marans haben wir ab dem 18. Bruttag stets alle Rinnen befüllt, wodurch sich gut 70% Luftfeuchte erzielen ließen (tatsächlicher Wert hängt mitunter von der Luftfeuchtigkeit im Brutraum ab).

Marans Eier auf der Wendehorde.

Wer Küken den Elterntieren zuordnen will, muss beim Bruja 3000d kreativ sein. Hier eine Möglichkeit mit Eispackungen, deren Böden entfernt wurden.

Durch das Fenster lässt sich zumindest bei einem Teil des Geleges der Schlupfvorgang beobachten. Hier ist auch ein Olivleger-Ei dabei.

Der blaue Draht erzeugt bei der Brut die Wärme. Auch die blaue Wendeeinrichtung gibt Wärme ab. Da die Temperatur nahe dieser Wörmespender und in der Mitte des Gerätes höher ist als am Rand, müssen die Eier regelmäßig umgelegt werden. Hierdurch wird die gleichmäßige Entwicklung aller Küken gewährleistet.

Das Typenschild.